Kraniche
Kranichzug zwischen Ostsee und südlicher Boddenküste - Ein Schauspiel im Herbst
Besonders Im Herbst (und kürzer auch im Frühjahr) sind die Kraniche ab September bis Anfang November anzutreffen. Dabei halten sie sich vor allen Dingen entlang der Südlichen Boddenküste auf. Während des Tages sind sie auf abgeernteten Getreidefeldern, hier besonders auf den Maisfeldern zu finden, wo sie sich die für den Weiterflug notwendigen Energiereserven anfressen. Weshalb es sich durchaus lohnt, abseits der Kranichbeobachtungseinrichtungen und Kranich-Utkieks der Region einfach mal am Straßenrand anzuhalten und nach den Kranichen auf den Feldern, wo sie mitunter zu Tausenden anzutreffen sind, Ausschau zu halten.
Der Kranichzug zwischen den nächtlichen Aufenthaltsorten und den täglichen Zügen an die südliche Boddenküste, ist ein Schauspiel ganz besonderer Art. Zum Sonnenaufgang starten in der Hochzteit ganz allmählich beginnend und dann in großen Gruppen und Scharen die Kraniche aus dem Bereich Pramort vor der Halbinsel. Manchmal sind es viele tausend Vögel.
Am Pramort, dem östlichsten Teil vom Zingst, befindet sich der bedeutendste Rastplatz des Grauen Kranichs Mitteleuropas. Bis zu drei Viertel der gesamten nord- und osteuropäischen Population pausiert in der Rügen-Bock-Region. Wobei der abendliche Einflug mehrerer tausender Kraniche zu ihren Schlafplätzen besonders fasziniert. Die langgezogenen Ketten oder keilförmigen Flugformationen sowie die weithin hörbaren Rufe der Altvögel sind ein phantastisches, nachhaltiges Naturschauspiel. Von der Meiningenbrücke aus und dem Kranichdorf Bresewitz lässt es sich wunderbar verfolgen.
Um die hochsensiblen Großvögel zu schützen, ist die Besucherzahl am Pramort beschränkt. Das gesamte Gebiet ist daher vom 1. September bis Anfang November täglich von 15 Uhr bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr für den allgemeinen Besucherverkehr gesperrt. Täglich werden ab 15.00 Uhr am Kontrollpunkt in der Sundischen Wiese 80 Karten für das Beobachten des abendlichen Kranicheinflugs verkauft.
Die Kraniche machen zweimal im Jahr halt in den flachen Bodden- und Seegewässern. Im Frühjahr zwischen Mitte März und Anfang April (je nach Witterung) ziehen die Vögel aus den Winterquartieren im Süden gen Norden zu ihren Brutplätzen in Finnland, Schweden oder Russland. Die Rast der Kraniche ist im Frühjahr kürzer als im Herbst. Einige Jungvögel, die noch nicht die Geschlechtsreife erlangt haben, bleiben jedoch auch gerne den ganzen Sommer auf der Halbinsel.
Im Herbst (von September bis Ende Oktober) sammeln sich die Kraniche erneut auf in den Bereichen zwischen Rügen und der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Sie fressen sich Fettreserven an, um gestärkt den Flug gen Süden antreten zu können. Wer Kraniche beobachten möchte, findet im Herbst die besten Bedingungen vor.











